Kategorie:Mitteldeutschland
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Mitteldeutschland
Mitteldeutschland wird als geographischer Begriff für verschiedene Regionen Deutschlands gebraucht.
Sprachwissenschaftlich beschreibt er das Gebiet, in dem mitteldeutsche Mundarten verbreitet sind, begrenzt im Norden ungefähr von der norddeutschen Tiefebene (Benrather Linie) bis zur Mainlinie im Süden.
Seit der Wiedervereinigung wird damit oft eine Region bezeichnet, die sich um das Länderdreieck der deutschen Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt. Teilweise werden hiermit auch die drei Bundesländer in ihrer Gänze zusammengefasst, insbesondere durch den 1991 von diesen Ländern neugegründeten Mitteldeutschen Rundfunk.
Historisch ist der Begriff durchaus anders belegt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff speziell für das Gebiet um Halle (Saale)-Leipzig gebraucht, wo man vom „Mitteldeutschen Industrierevier“, dem heutigen Mitteldeutschen Chemiedreieck, sprach.
Als Mitteldeutschland wurde auch pars pro toto die Deutsche Demokratische Republik bezeichnet (vgl. auch Ostdeutschland). Dabei beinhaltet der Begriff die Mitte in jeder Himmelsrichtung zur Zeit der Ostgebiete des Deutschen Reiches, welche Ostdeutschland bis 1945 bildeten. Dies waren die Gebiete östlich des heutigen Grenzverlaufs zu Polen entlang der Oder-Neiße-Linie.
Geographische Lage
Mịtteldeutschland ist geographisch der mittlere Abschnitt der deutschen Mittelgebirgsschwelle. Zur Elbe fließen in Mitteldeutschland Saale, Mulde und Schwarze Elster. Über die Abgrenzung des Begriffs (entstanden aus der Sicht des ehemaligen Deutschen Reiches) zu Ostdeutschland besteht keine feste Übereinstimmung. Naturräumlich-geographisch umfasst Mitteldeutschland ungefähr ein Gebiet, das durch den Harz (im Nordwesten), den Thüringer Wald und Frankenwald (im Südwesten), dem Erzgebirge und dem Lausitzer Gebirge, der Sächsische Schweiz und dem Lausitzer Bergland (im Südosten) sowie dem Fläming (im Norden) umgrenzt wird. Im Inneren Mitteldeutschlands liegen das Thüringer Becken, die Leipziger Tieflandsbucht und das Mittelsächsische Hügelland.[1] Außerdem können historisch auch das südliche Niedersachsen und Teile Hessens und Frankens zu dieser Region gezählt werden.
Verwendung für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
Die drei Länder Sachsen (Südosten), Sachsen-Anhalt (Norden) und Thüringen (Südwesten)
Seit der Neugründung des Mitteldeutschen Rundfunks als gemeinsame Rundfunkanstalt der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird der Begriff häufig für dieses Gebiet verwendet, was durch Initiativen aus den genannten Ländern aktiv gefördert wird.
Die drei Länder sind unter anderem durch folgende Aspekte miteinander verbunden:
- In Sachsen und Thüringen sowie im Südteil Sachsen-Anhalts werden die Thüringisch-Obersächsischen Dialekte gesprochen.
- In großen Teilen der Gebiete herrschten die Wettiner, später die zum Haus Sachsen gehörenden Linien der Ernestiner (Thüringen) und Albertiner (Sachsen).
- Insbesondere Sachsen und Thüringen sind wirtschaftlich besser entwickelt als die strukturschwächeren nördlichen neuen Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Seit 2002 wollen die Landesregierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verstärkt miteinander in der Initiative Mitteldeutschland[4] kooperieren. Dazu wurden verschiedene Clusterinitiativen eingerichtet. Zu den wichtigen Sektoren zählen hierbei die Automobil- und Zulieferindustrie, die schon zu ihrer Entstehungszeit eine wichtige Rolle in Sachsen und Thüringen spielte (Auto Union) sowie der Hochtechnologiebereich mit Zentren in Jena (bspw. Jenoptik), Dresden (Silicon Saxony) und Leipzig (Biotechnologie). Die europäische Metropolregion Sachsendreieck liegt ebenfalls im sog. Wirtschaftsraum Mitteldeutschland. Heute bildet das Ballungsgebiet Leipzig-Halle den Mittelpunkt dieses Wirtschaftsraumes: hier befinden sich der Flughafen Leipzig/Halle, der wichtige Leipziger Hauptbahnhof und die Mitteldeutsche Autobahnschleife.
Durch die Wirtschaftsinitiative Mitteldeutschland fand eine Neuorientierung des Begriffes nicht statt, bei der Teile Hessens, Bayerns oder Niedersachsens als Teil "Mitteldeutschlands" empfunden worden wären. Brandenburg an der Grenze zu Polen ist demnach in Ostdeutschland, Sachsen aber nicht. Durch die Gleichsetzung mit Bundesländern wird dabei bewusst übergangen, dass Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, geographisch in Ostdeutschland liegen müsste, da die natürliche Grenze spätestens der Oberlauf der Elbe wäre.
Seite „Mitteldeutschland“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 18. Mai 2009, 13:11 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Mitteldeutschland&oldid=60186071 (Abgerufen: 11. Juni 2009, 18:38 UTC)
