Kategorie:Wanderreiten

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(soweit vorhanden)



Wanderreiten

Reiten in Thüringen
Die nachfolgenden Ausführungen sind zum größten Teil Zitate aus dem Buch „Mit Pferden Unterwegs“ von Robert Claus & Sabine Schmitt
ISBN 978344007267 ---> ISBN Händlersuche

„Das Wanderreiten wird in Reiterkreisen leider immer noch als „Stiefkind“ behandelt, und nicht selten rümpft man die Nase über die oft abenteuerlich gekleideten Reiter. Doch gerade der Wanderreiter beschäftigt sich intensiv mit Erziehung, Ausbildung, Haltung und Fütterung seines Pferdes.“

Ein Wanderritt, ob nun Tagesritt oder Mehrtagesritt ist in den heutigen Zeiten eines der letzten Abenteuer.

Wanderreitpferd

Grundsätzlich ist jedes Pferd mehr oder weniger geeignet. Die Ausbildung muss dem rassetypischen Verhalten angepasst werden.

Das ideale Wanderreitpferd wäre ein Pferd mittlerer Größe mit kurzem kräftigen Hals, breiter Brust, quadratischem Körperbau, kräftiger Hinterhand und gerader Beinstellung. Es sollte nervenstark und einen natürlichen Vorwärtsdrang haben.

Die Pferde können in jedem Alter an einem Wanderritt teilnehmen.

Ein junges Pferd, das mit vier Jahren eingeritten wurde, sollte etwa ein Jahr mit mäßigem Tempo im Gelände geritten werden, damit es lernt, sich auszubalancieren und Geländeschwierigkeiten zu bewältigen. Nach einer Grundkonditionierung können Pferde bereits mit fünf Jahren an einem Wanderritt teilnehmen.

Dabei ist natürlich zu berücksichtigen dass es bei den verschiedenen Pferderassen auch ausgesprochene Spätentwickler gibt (z.B. Isländer, aber auch z. B. .Friesen!). Entsprechend später kann natürlich erst mit dem Einreiten und danach mit dem Training begonnen werden.

Ein Höchstalter gibt es nicht. Manche Pferde sind mit 20 schon reif für die Rente, während andere noch an Distanzritten teilnehmen. Vorbereitung und Training von Pferd und Reiter


Training des Pferdes

Wer sein Pferd gesund ans Ziel bringen will, sollte frühzeitig mit dem Training beginnen. Neben der Konditionierung, auf die ich gesondert eingehe, sollte ein Pferd folgende grundlegende Dinge gelernt haben.

  • Stillstehen beim Aufsitzen (auch, wenn der Reiter von rechts aufsteigt!)
  • müheloses Führen aus verschiedenen Führpositionen
  • angebunden ruhig zu stehen, auch über einen längeren Zeitraum
  • problemloses Wechseln der Position in der Gruppe
  • Sicherheit im Straßenverkehr
  • sich selbständig im Gelände auszubalancieren
  • vorwiegend auf Gewichts- und Schenkelhilfen zu reagieren
  • bei Begegnungen mit anderen Tieren (auch Wild) gelassen bleiben

Eine gute Ergänzung der allgemeinen Ausbildung ist Dressurarbeit und Übungen zur Desensibilisierung des Pferdes. Gute Übungen sind

  • Flatterbänder
  • auf das Pferd zurollende Bälle, das Öffnen von bunten Regenschirmen
  • das Reiten über Folien und Wippen

Konditionierung des Pferdes

Am Anfang wird viel Schritt geritten. Nur durch kurze Strecken in ruhigen Trab unterbrochen. Die Ritte sollten zwei bis drei Stunden (zehn bis 15 Kilometer) dauern. Ideal wäre vier- bis fünf mal pro Woche. Nach zwei bis drei Wochen sind die Pferde so fit, größere Belastungen zu überstehen. Die Ritte sollten jetzt auf 15 bis 20 Kilometer ausgedehnt werden. Das Training kann folgendermaßen gestaltet werden: 5 Min. Trab, 15 Min. Schritt bis zu zwei Stunden. Die Trabdistanz wird, je nach Verfassung von Tag zu Tag gesteigert. Nach ca. einem Monat sind die Pferde meist in der Lage, 45 – 60 Min. durchzutraben. Sie heben nach dieser Belastung einen Pulswert von 68 bis 72 in der Minute. Nach einer zehminütigen Schrittphase liegt die Pulsfreuenz zwischen 56 und 64 pro Min. Zwischendurch gibt es immer wieder Tempowechsel im langsamen Galopp und einem schnellen Trab. „Diese Tempowechsel sind wichtig, , damit die Pferde lernen, ihre Kraft einzuschätzen. Es gehört zum Ausdauertraining, dass die Tiere das jeweils vorgegebene Tempo einhalten, ohne schneller zu werden und dadurch unnötig Kraft verbrauchen“

Ausrüstung

Für Geländereiter wurden verschiedene Sättel entwickelt. Folgende Sättel sind bei Wanderreitern beliebt und haben sich bewährt.

  • Trekker – eine Weiterentwicklung des deutsch italienischen Militärsattels
  • Forestier
  • Stockmannsattel von Syd Hill
  • German Saddleman von Christoph Rieser
  • Husarensattel von Bertrand Fahy
  • Swing Tree von Peter Grassel
  • Westernsattel
  • Militärsättel
  • Iberische Sättel

siehe auch wikipedia:Reitsattel

Geeignete Wanderreitsättel sind Trachtensättel, durch welche das Gewicht des Reiters und gegebenenfalls des Gepäcks großflächig und gleichmäßig auf dem Pferderücken verteilt wird. Befestigungsmöglichkeiten (eingearbeitete Ringe) für Packtaschen etc. sollten in ausreichender Anzahl vorhanden sein.

Nicht geeignet für längere Ritte (Mehrtagesritte) sind Sportsättel (wie Vielseitigkeits-, Dressur- und Springsättel), da sie eine zu geringe Auflagefläche auf dem Pferderücken haben und dieser dadurch punktuell stärker belastet werden.

„Schabracken eignen sich weniger für Wanderritte, da sie sehr dünn sind, den Pferdeschweiß völlig aufnehmen und nach dem Trocknen hart werden.“ Kopfstück

Das Kopfstück sollte sich leicht an- und ausziehen lassen.

Zäume ohne Stirnriemen und/oder ohne Kehlriemen (auch Einohrzäume) sind für das Gelände- und Wanderreiten nicht geeignet (diese sind mehr für den Sport oder für die Show gedacht und damit der Pferdekopf besser zur Geltung kommt) Wenn sich das am Kopf geschwitzte Pferd mal kurz schüttelt, um z.B. Fliegen abzuwehren fallen derartige Zäume schnell herunter ....!

Viele Wanderreiter bevorzugen auch Kombinationshalfter (Wanderreithalfter), welche die Funktionen eines Reithalfters und des Stallhalfters in sich vereinen. So muß man nicht immer auch noch zusätzlich ein Halfter zum Anbinden des Pferdes mitführen.

Sperrhalfter jeglicher Art (z.B. hann. Sperrhalfter) werden von Wanderreitern eher als Gewalteinwirkung (dem Pferd das Maul zubinden) abgelehnt. Bei einem entsprechenden Ausbildungsstand von Pferd und Reiter sind sie auch völlig unnötig. Trense

Bewährt haben sich „Westernstange“ und „Tellington-Jones Gebiss“ Vorsicht ist geboten bei einer gebisslosen Zäumung wie der Hackamore (Bosal und Mecate). Die Pferde müssen dafür speziell ausgebildet sein.

Darüber hinaus birgt das Reiten mit gebissloser Zäumung im Straßenverkehr auch erhebliche Haftungsrisiken für den Reiter, wenn es mal zu einem Unfall kommen sollte. Die Rechtssprechung geht bislang davon aus, dass mit gebissloser Zäumung nicht ausreichend auf das Pferd eingewirkt werden kann und diese Ansicht (man muss diese Ansicht nicht teilen!) führt zur Einschätzung des fahrlässigen oder gar grob fahrlässigen Verhaltens des Reiters im Straßenverkehr!

Füttern, Tränken

Grundkenntnisse in Erste Hilfe beim Pferd und Reiter sollte man sich auch angeeignet haben.

Beachten sollte man auch, dass einige Pflanzen für Pferde giftig sind. Dieses Wissen ist wichtig um den richtigen Anbindeort für das Pferd zu bestimmen.

Die wichtigsten Giftpflanzen:

  • Goldregen – Parks, Vorgärten – Kolik, Krämpfe, Atemlähmung
  • Bilsenkraut – Wegränder – Unruhe, Gleichgewichtsstörungen
  • Gift-Wasserschierling – Sümpfe, Teichränder – Krämpfe, Tod durch Atemlähmung
  • Sumpfschachtelhalm – feuchte Wiesen – Erregung, Verlust der Reflexe
  • Herbstzeitlose – Wiesen, Waldlichtungen – Kolik, blutiger Urin, 50 %-tig tödlich
  • Eiben– Parks, Gärten – Atemlähmung, 150 Gramm Nadeln tödlich

Im Normalfall verhindert der Instinkt des Pferdes eine Vergiftung.

Das Grasen auf aktiv genutzten Kuh- und Schafweiden sollte auch vermieden werden, wegen der möglichen Übertragung von Krankheiten. Füttern und Tränken

Auch während eines Wanderittes sollten die gewohnten Fütterungszeiten eingehalten werden. „Allerdings sind Verdauungs- und Ruhepausen zu beachten. Also auf keinen Fall unmittelbar nach Kraftfuttereinnahme losreiten oder während des Fütterns satteln oder putzen.“ Erst Füttern und dann die morgentlichen Aktivitäten aufnehmen.

Auch während eines Rittes sollte mehrmals getränkt werden. Dazu sind auch Pfützen, Bäche oder Brunnen zu gebrauchen.

Einem stark erhitzten Pferd, darf erst nach Normalisierung der Atmung und des Pulses Wasser angeboten werden.

Wichtig ist auch die Erhaltung des Mineralhaushaltes (Elektrolyte) des Pferdes. Es werden bereits entsprechende Produkte angeboten.

Nach Beendigung des Rittes, sollte die Futtermenge wieder zurückgesetzt werden.


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„Mit Pferden Unterwegs“ von Robert Claus & Sabine Schmitt

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